Wehrmachtsverherrlichung und Indoktrinierung Minderjähriger durch die Bundeswehr

21 Jul

Eine Bundestagsanfrage der LINKEN hat offenbart, dass die Bundeswehr zum wiederholten Male beim sogenannten „Girl’s Day“, über den junge Mädchen sich einmal im Jahr einen Tag lang vor allem „Männer“-Berufe in der Praxis anschauen sollen, nicht nur junge Frauen für das deutsche Militär begeistern wollen, sondern dabei sogar die gesetzlichen Bestimmungen verletzen. Zum fünften Mal in Folge haben z.B. die Gebirgsjäger in Bad Reichenhall, bundesweit bekannt für ihre Initiations- und andere Militärrituale sowie Kriegsspiele mit Minderjährigen, gegen die ihnen geläufige Regelung verstoßen, Kinder im Alter unter 14 Jahren (sic!) nicht zu sich einzuladen.

Durch eine weitere Anfrage der Linkspartei an das Bundesverteidigungsministerium ist außerdem die Tatsache an die Öffentlichkeit gebracht worden, dass die Bundeswehr letztes Jahr an acht Beerdigungen von Wehrmachtsoffizieren und Ritterkreuzträgern mit Ehrengeleiten bzw. Abordnungen teilgenommen hat. Das heißt, einerseits ehrt die Bundesregierung mit ihren jährlichen Gelöbnis am 20. Juli in Berlin das Attentat Claus Schenk Graf von Stauffenbergs auf Hitler aus dem Jahr 1944 und erklärt damit ihn und andere Kriegsverbrecher der Wehrmacht zu Vorbildern deutscher Soldaten, obwohl sie bis zum Attentat gehorsam den imperialistischen Feldzug Nazi-Deutschlands mit getragen und den Völkermord objektiv geschützt haben, Andererseits verabschiedet die Bundeswehr sogar offiziell ihre Wehrmachtsgrößen mit militärischen Ehren. Eine doppelte Doppelmoral.

Die richtige Antwort auf die Renaissance des deutschen Imperialismus und die Remilitarisierung der Bundesrepublik kann nur Protest und Widerstand gegen Krieg und seine kulturell-ideologische Begleitmusik sein. Das Berliner Bündnis gegen Krieg und Militarisierung hat es am vergangenen Freitag (20.7.) in Berlin mit ihren Protesten gegen das Gelöbnis der Bundeswehr vorgemacht.

Workshops beim Sommercamp 2012

14 Jul

Das Sommercamp der Linksjugend [’solid] findet dieses Jahr in etwas mehr als zwei Wochen vom 29.Juli bis zum 5. August in Kratzeburg an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern statt. Die AG-Bundeswehr-raus-aus-den-Schulen hat in Kooperation mit dem Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (BAK AuF) zwei Workshops für das Camp auf die Beine gestellt. Der eine Workshop trägt den Titel „Bundeswehr raus aus den Schulen! Hintergründe und aktuelle Entwicklungen des Protests“, der andere befasst sich mit der zunehmenden Militarisierung der Hochschulen in der Bundesrepublik und der Zivilklauselbewegung für friedliche Lehre und Forschung. Entsprechend heißt der Workshop „Zivilklauseln und die Militarisierung der Hochschulen“. Die Workshops sind geeignet für alle, auch wenn man sich mit den Themen noch nicht beschäftigt hat!

Pünktlich zur Vorbereitung hat die Onlinezeitung German Foreign Policy einen Artikel zur Bundeswehrwerbung publiziert, der besonders lesenswert ist. Man kann bei Interesse aber auch gern unsere Zeitung, Flyer usw. zum Thema lesen.

Falls ihr zum Sommercamp fahren wollt, vergesst nicht, euch vorher anzumelden und den Unkostenbeitrag zu überweisen!

 

 

Antimilitaristischer Linksjugend [’solid]-Sommer

10 Jul

Zuerst einmal erfreuliche Neuigkeiten: Die Hochschule Bremerhaven hat seit dem 3. Juli eine Zivilklausel und ist damit die neunte Hochschule, die sich ernstzunehmendzur friedlichen Forschung und Lehre (selbst) verpflichtet hat. In Bremen ist es nach der Universität und der Hochschule für Künste gleich die dritte Hochschule.

Zudem waren einige ParlamentarierInnen der LINKEN fleißig und haben leider überwiegend schlechte Nachrichten. Die Anfragen zum Umfang der Werbemaßnahmen der Bundeswehr im Kalenderjahr 2011 und zum Einsatz von Materialien der Schriftenreihe „Frieden & Sicherheit“ im Schulunterricht dokumentieren eindrücklich, wieviel Arbeit noch vor konsequenten AntimilitaristInnen steht. Damit wir weiter aktiv gegen die Rekrutierung und Indoktrination der Bundeswehr und der Bundesregierung werden können, findet man die aktuellen Termine der Auftritte der Bundeswehr hier.

Weitere zentrale antimilitaristische Termine sind die Demonstration gegen die Vereidigung der BundeswehrsoldatInnen am 20. Juli 2012 zum Bundesverteidigungsministerium, das Aktionscamp gegen Krieg, Militär und Auslandseinsätze in Husum (9.-12.8.), die dezentralen Aktionen zum Antikriegstag am 1.9., das Internationale Diskussions- und Aktionscamp „War Starts Here“ gegen deas Gefechtsübungszentrum der Bundeswehr in der sachsen-anhaltinischen Altmark bei Hillersleben/Magdeburg 12.-17.9.) und die bundesweite dezentrale Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung (24.-29.9). Letztere unterstützt Linksjugend [’solid] direkt. Weitere Infos zu den Terminen gibt es hier.

Bereitet der imperialistischen Politik der Bundesrepublik und der deutschen Wirtschaft einen heißen Sommer!

 

Stickercontest: Entscheidet euch jetzt!

18 Jun

Im Rahmen unseres Arbeitsschwerpunktes wollen wir als Linksjugend [’solid] über einen neuen Aufkleber für alle Basisgruppen und Landesverbände online gemeinsam entscheiden. Sechs Vorschläge unserer Mitglieder stehen zur Wahl. Für sie kann bei Facebook oder per Email (an: bundeswehr-raus@linksjugend.de) gevotet werden. Das Motiv mit den meisten Stimmen wird vom Bundesverband in hoher Auflage gedruckt und bundesweit an alle Gruppen des Verbands versendet. Also: Entscheidet euch jetzt und wählt den Sticker, den ihr für den besten haltet!

Bertolt-Brecht-Schule in Darmstadt „bundeswehrfrei“

8 Jun

Die nächste Schule in der Bundesrepublik ist bundeswehrfrei! Die Bertolt-Brecht-Schule in Darmstadt in Hessen hat sich Ende Mai offiziell zur „bundeswehrfreien Zone“ erklärt. Damit gehört sie jetzt dem illustren Kreis der Schulen an, die sich aus unterschiedlichen Gründen öffentlich dazu bekannt haben, nicht den Krieg von deutschem Boden, sondern den Frieden fördern zu wollen.  Zu ihnen zählen unter anderem das Robert-Blum-Gymnasium in Berlin, die Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach, die Hulda-Pankok-Gesa mtschule in Düs­sel­dorf, die Martin-Buber-Schule in Hep­pen­heim und die August-Sander-Schule in Berlin. Insbesondere vor dem Hintergrund dass es auch in Hessen eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem hessischen Kultusministerium und der Bundeswehr gibt, wiegt die Entscheidung doppelt schwer. Sie konterkariert die Politik der Landesregierung vollständig.

Wir begrüßen ausdrücklich den mutigen Schritt der Eltern, Schüler- und LehrerInnen der Bertolt-Brecht-Schule. Angesichts der ökonomischen Situation vieler junger Menschen, Resultat der neoliberalen Kürzungs- und Sparpolitik, und des politischen Drucks in Kriegszeiten ist es keineswegs selbstverständlich, dass Schulgremien solche bemerkenswerten Entscheidungen treffen. Wir freuen uns darüber und hoffen, dass dieser Beschluss Aktiven an anderen Schulen im Bundesgebiet Rückenwind gibt, die Initiative zu ergreifen und es der Bertolt-Brecht-Schule gleich zu tun.

In diesem Sinne teilen wir die Auffassung der SchülerInnenvertretung der Bertolt-Brecht-Schule: „Wir wollen diese Leute nicht unter unserem Dach haben.“

Post von der Bundeswehr

3 Jun

Vor einigen Tagen hat uns Luca ein selbstgemachtes Video geschickt, in dem er darlegt, wie die Briefe aussehen, die die Bundeswehr derzeit an zahlreiche Jugendliche im gesamten Bundesgebiet verschickt. Ziel dieser Briefe ist es, junge Leute davon zu überzeugen zur Bundeswehr zu gehen und mit ihr in den Krieg zu ziehen. Warum das Quatsch ist, könnt ihr hier nachlesen. Ihr könnt es euch aber auch kurz und knapp von Luca selbst erklären lassen. Viel Spaß mit Luca:

Neues Material

12 Mai

In unserer Rubrik „Material – Vorlagen“ kann man sich ab sofort die Info-Zeitung der Linksjugend [’solid] zum Thema „Bundeswehr an Schulen“ sowie den Comic-Flyer ansehen und herunterladen. Beides könnt ihr auch bestellen. Außerdem findet man unter „Action – Termine“ jetzt nicht nur die jeweils aktuelle Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Partei DIE LINKE, sondern auch eine interaktive Karte, in die wir die neuesten Termine nach und nach einstellen, damit jede und jeder auf einen Blick sieht, wo den Jugendoffizieren und WehrdienstberaterInnen Protest und Widerstand entgegengesetzt werden müssen.

Bundesweite Aktionswoche für Zivilklauseln, 1.-8. Mai 2012

28 Apr

Die Initiative „Hochschulen für den Frieden-ja zur Zivilklausel“ ruft Studierende, Lehrende, Hochschulmitarbeiter und gesellschaftliche Kräfte auf, sich für zivile Hochschulen als Ort für Studium, Lehre und Forschung einzusetzen. Zu diesem Zweck soll eine bundesweite Aktionswoche vom 1.-8. Mai 2012 stattfinden. Ein Aufruf zur Aktionswoche gibt es hier zum Download.

Aktionen gibt es bislang in folgenden Städten:
Frankfurt am Main

Mehrtägiger Infostand auf dem Campus Westend und Filmabend

Kassel

2. Mai, 10 Uhr Bibliotheksvorplatz: Aktion mit Plastikpanzern und Kunstblut

Göttingen

2. Mai, 18 Uhr, ZHG 103: Podiumsdiskussion zur Zivilklausel mit Diedrich Schulze, Peer Heinelt, Ulrike Beisiegel

7. Mai, 18 Uhr, ZHG 002: Vortrag mit anschließender Diskussion »Die Bundeswehr an Schulen und Hochschulen«

Rostock

1. Mai: Stand und Redebeitrag zum Thema »Bundeswehr raus aus Schulen und Hochschulen« im Rahmen der Aktivitäten des örtlichen Mai- und Krisenbündnisses

Köln

Ab 1. Mai wird an der Uni Köln die Ausstellung der Bundesfachschaftentagung Chemie zur Rolle des IG-Farben-Kartells im deutschen Faschismus gezeigt.

Bremen

3. Mai: Diskussionsveranstaltung »Zivilklausel an der Uni Bremen« mit Dietrich Schulze, Lena Graser und Eva Kowalzik, 18.30 Uhr Raum SI 364

8. Mai: Vortrag » Kontrolle von Zivilklauseln und Transparenz und Diskussionskultur an Hochschulen« mit Andreas Seifert, 18 Uhr SI 364

Gießen

7. Mai: Vortrag über die Zivilklausel im Cafe Amelie, 19 Uhr

Braunschweig

1. Mai: Infostand auf dem 1.-Mai-Fest im Bürgerpark

4. Mai: Vortrag zum Thema Zivilklausel, 15 Uhr (o.O.)

8. Mai: Filmvorführung, 20.30 Uhr im Grotrian

Spiegel: Jeder vierte Freiwillige springt ab

21 Dez

© Bundeswehr/BienertTrotz aller Vergünstigungen, Prämien, Werbung, Rekrutierung an Schulen usw.: die neuen RekrutInnen haben die Bundeswehr in ziemlich großer Zahl (ein Viertel) wieder verlassen. Thomas de Maizière will natürlich nicht wahrhaben, dass dies auch mit der Institution Bundeswehr zu tun haben könnte. Es ist aber ziemlich offensichtlich, dass die ökonomische Miesere junge Menschen zum Militär treibt. Die ökonomisch produzierte und politisch tolerierte und geförderte Arbeits- und Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher sind die Hauptursache für den Eintritt bei der Bundeswehr und müssen beseitigt werden. Die Bundeswehr nutzt also die soziale Lage, um Leute an die Front schicken zu können.

Zum Spiegel-Artikel

Schlüter rekrutiert Bundeswehr-Freiwillige – EXTRA 3

11 Dez