Bundeswehrkooperationen mit GrundschülerInnen und der „Bravo“

19 Sep

Das Bundesverteidigungsministerium hat ganz offensichtlich auf der Suche nach neuen RekrutInnen und bei ihrer Propagandaarbeit auch die letzten Hemmungen aufgegeben. Immer wieder tauchen neue Berichte darüber auf, dass Kinder z.B. bei Messen oder Truppenbesuchen mit Militärgerät spielen dürfen, Jugendliche zu Sportveranstaltungen der Bundeswehr eingeladen werden, Jugendoffiziere an den Schulen Tipps für die Laufbahn bei der Bundeswehr geben usw.

Jetzt ist es aber soweit, dass die Militärs sogar eine Kooperation mit eine Grundschulklasse in Nordrhein-Westfalen (NRW) eingegangen sind. Dort basteln 6-8jährige Kinder „Schutzengel“ für die Bundeswehr-SoldatInnen an Front in Afghanistan. Für die Indoktrination und Rekrutierung sind die Kleinen noch zu jung, aber an den netten Soldaten von Nebenan, der „auch ein Mensch“ ist werden sie sich sicherlich trotzdem erinnern. Ziel dieser zivilmilitärischen Kooperation ist vorrangig, die Moral bei der Truppe zu steigern, weil sich die SoldatInnen immer wieder darüber beschweren, dass ihr Engagement nicht angemessen in der Bundesrepublik gewürdigt werde. Die GrundschülerInnen werden also in die Kriegsmaschine als „Muntermacher“ eingespannt.

Besonders bunt treibt die Bundeswehr es auch mit einem Kooperationsprojekt mit dem Magazin „Bravo“ Mit einem Video, einigen Artikeln und Anzeigen bewirbt die „Bravo“ zwei „Camps“ der Bundeswehr, an denen ausdrücklich junge Menschen unter 18 Jahren – vorrangig also SchülerInnen – teilnehmen sollen. Wie üblich bei den Propaganda- und Rekrutierungsauftritten der Bundeswehr werden die Folgen für die Zivilbevölkerung, die Natur und die betroffenen Gesellschaften sowie die politischen und ökonomischen Hintergründe der imperialistischen Einsätze in Afghanistan, am Horn von Afrika usw. unterschlagen. In den professionellen Werbekampagnen werden auch die möglichen Konsequenzen für die SoldatInnen mit keinem Wort erwähnt: die Jugendlichen erfahren weder etwas über die posttraumatische Belastungsstörung, über den möglichen Tod, Verstümmelungen usw. Stattdessen präsentiert sich die Bundeswehr als ganz „normaler Arbeitgeber“, der Jugendlichen angeblich eine „Karriere mit Zukunft“ bietet und bei dem man lauter spannende Abenteuer erleben kann.

Die Kinderschutz-NGO Terre des Hommes sammelt mittlerweile gegen dieses Projekt Unterschriften, die an den Chef der „Bravo“ und den Bundeskriegsminister Thomas de Maizière (CDU) geschickt werden sollen. Auf Facebook gibt es eine Seite, über die junge Menschen ihre Ablehnung kundtun. In der kommenden Woche gibt es darüber hinaus eine bundesweite dezentrale Aktionswoche für eine militärfreie Bildung und Forschung, die sich gegen die Bundeswehrpräsenz an Schulen und Hochschulen richtet und von 100 Organisationen unterstützt wird. Es gibt genug gute Gründe, sich an dieser Aktionswoche zu beteiligen. In den letzten Wochen hat die Bundeswehr mindestens zwei weitere geliefert.

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Kämpft gegen das Gefechtsübungszentrum der Bundeswehr in Sachsen-Anhalt und für ein militärfreie Bildung und Forschung

6 Sep

Der antimilitaristische Sommer ist auf der Zielgerade. Jetzt ist Aktivismus auf der Straße, vor den Schulen und in den Unis gefragt:

Vom 12. bis zum 17. September findet in Sachsen-Anhalt das Protestcamp „War starts here“ gegen das Gefechtsübungszentrum Altmark bei Hillersleben/Magdeburg statt.

Dort probt die Bundeswehr ihre Einsätze, bevor sie den Krieg in andere Staaten trägt. Beim Camp werden AntimilitaristInnen aus zahlreichen europäischen Ländern internationale Solidarität gegen Krieg und Militarismus praktizieren, indem sie sich gegenseitig über die Militarisierung ihrer Gesellschaften aufklären und gemeinsam gegen das Gefechtsübungszentrum aktiv werden. Das Camp kann jede Unterstützung (finanziell, logistisch, personell) gebrauchen. Der Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (BAK AuF) von Linksjugend [’solid] und DieLinke.SDS unterstützt das Camp. Und der Landesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (LAK AuF) Sachsen-Anhalt hat bereits die regionale Presse und interessierte Öffentlichkeit mit einer Erklärung über die Hintergründe des Gefechtsübungszentrum informiert und seine Solidarität mit den Protesten bekundet.

Die letzte Septemberwoche (24.-30. September) steht ganz im Zeichen militärfreier Bildung und Forschung.

Pünktlich zur bundesweiten Aktionswoche für Zivilklauseln und gegen die Bundeswehr an Schulen wird es in einigen Städten von Linksjugend [’solid] Infoabende zum Thema geben: bislang in Magdeburg (12.9.), Halle (13.9.), Jena (20.9.) und Saalfeld (21.9.). Ideen für Aktionen findet man hier, die Termine, wo die Bundeswehr in der Woche auftritt, gibt es hier und alle, die unter der Woche nichts machen können, können sich am Samstag den 29.9. in ihrer Stadt Flashmobs machen, die dezentral unter dem Motto „Bundeswehr wegputzen!“ stattfinden sollen. Material könnt ihr bei der Bundesgeschäftsstelle in Berlin reichlich bestellen: es gibt Zeitungen, Comics, Aufkleber, Musterprotestbriefe usw.

Es gibt also viel zu tun. Beratet euch in euren Basisgruppen, Landesverbänden und wo ihr sonst noch politisch aktiv seid und bereitet der Bundeswehr eine unangenehme Woche!

Neuer Sticker, neues Buch – mit Elan in den Antimil-Sommer 2012

18 Aug

Vor einigen Wochen hat es – wie beim diesjährigen Bundeskongress der Linksjugend [’solid] beschlossen – einen kleinen verbandsinternen Wettbewerb für das beste Bild zum Thema „Bundeswehr an Schulen“ gegeben. Via Facebook konnten alle Mitglieder abstimmen.

Das Gewinnermotiv ist jetzt vor einigen Tagen an alle Landesverbände verschickt worden und kann auch noch beim Bundesverband in größerer Auflage nachbestellt werden. Man kann damit nicht nur Städte und Dörfer verschönern. Insbesondere an Orten, an denen die Jugendoffiziere und WehrdienstberaterInnen im Namen der Bundesregierung für Kriege um Unterstützung und Kanonfutter werben, kann man zumindest zeigen, dass wir damit nicht einverstanden sind.

Erstmals bei Linksjugend [’solid] hat ein Teil des Verbandes ein Buch publiziert. Der Sammelband, den die Hamburger GenossInnen herausgegeben haben, heißt „Mit Kapitalismus ist kein Frieden zu machen“. Er ist beim Papyrossa Verlag erschienen und kostet zehn Euro.

Von hervorgehobener Bedeutung für unseren Arbeitsschwerpunkt ist der Aufsatz „Karriere mit Zukunft? Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr“. Darin beschreibt der Autor die verschiedenen Facetten der Propaganda- und Rekrutierungsarbeit der Armee, die auf Messen, in den Schulen und Jobcentern Zustimmung für Kriegseinsätze generieren und Nachwuchs gewinnen will. Außerdem erfährt man auch einige Hintergründe, warum sie so viel Geld und Personal in diese Arbeit investiert. Wer sich für das Buch interessiert, kann hier das Inhaltsverzeichnis einsehen. Erste Rezensionen gibt es hier und hier. Bestellen könnt das Bändchen im Buchhandel, beim Verlag oder direkt beim Landesverband Hamburg.

Mit Stickern und Buch seid ihr schon einmal gut gerüstet für die Aktivitäten im Antimil-Sommer 2012.

Wehrmachtsverherrlichung und Indoktrinierung Minderjähriger durch die Bundeswehr

21 Jul

Eine Bundestagsanfrage der LINKEN hat offenbart, dass die Bundeswehr zum wiederholten Male beim sogenannten „Girl’s Day“, über den junge Mädchen sich einmal im Jahr einen Tag lang vor allem „Männer“-Berufe in der Praxis anschauen sollen, nicht nur junge Frauen für das deutsche Militär begeistern wollen, sondern dabei sogar die gesetzlichen Bestimmungen verletzen. Zum fünften Mal in Folge haben z.B. die Gebirgsjäger in Bad Reichenhall, bundesweit bekannt für ihre Initiations- und andere Militärrituale sowie Kriegsspiele mit Minderjährigen, gegen die ihnen geläufige Regelung verstoßen, Kinder im Alter unter 14 Jahren (sic!) nicht zu sich einzuladen.

Durch eine weitere Anfrage der Linkspartei an das Bundesverteidigungsministerium ist außerdem die Tatsache an die Öffentlichkeit gebracht worden, dass die Bundeswehr letztes Jahr an acht Beerdigungen von Wehrmachtsoffizieren und Ritterkreuzträgern mit Ehrengeleiten bzw. Abordnungen teilgenommen hat. Das heißt, einerseits ehrt die Bundesregierung mit ihren jährlichen Gelöbnis am 20. Juli in Berlin das Attentat Claus Schenk Graf von Stauffenbergs auf Hitler aus dem Jahr 1944 und erklärt damit ihn und andere Kriegsverbrecher der Wehrmacht zu Vorbildern deutscher Soldaten, obwohl sie bis zum Attentat gehorsam den imperialistischen Feldzug Nazi-Deutschlands mit getragen und den Völkermord objektiv geschützt haben, Andererseits verabschiedet die Bundeswehr sogar offiziell ihre Wehrmachtsgrößen mit militärischen Ehren. Eine doppelte Doppelmoral.

Die richtige Antwort auf die Renaissance des deutschen Imperialismus und die Remilitarisierung der Bundesrepublik kann nur Protest und Widerstand gegen Krieg und seine kulturell-ideologische Begleitmusik sein. Das Berliner Bündnis gegen Krieg und Militarisierung hat es am vergangenen Freitag (20.7.) in Berlin mit ihren Protesten gegen das Gelöbnis der Bundeswehr vorgemacht.

Workshops beim Sommercamp 2012

14 Jul

Das Sommercamp der Linksjugend [’solid] findet dieses Jahr in etwas mehr als zwei Wochen vom 29.Juli bis zum 5. August in Kratzeburg an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern statt. Die AG-Bundeswehr-raus-aus-den-Schulen hat in Kooperation mit dem Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (BAK AuF) zwei Workshops für das Camp auf die Beine gestellt. Der eine Workshop trägt den Titel „Bundeswehr raus aus den Schulen! Hintergründe und aktuelle Entwicklungen des Protests“, der andere befasst sich mit der zunehmenden Militarisierung der Hochschulen in der Bundesrepublik und der Zivilklauselbewegung für friedliche Lehre und Forschung. Entsprechend heißt der Workshop „Zivilklauseln und die Militarisierung der Hochschulen“. Die Workshops sind geeignet für alle, auch wenn man sich mit den Themen noch nicht beschäftigt hat!

Pünktlich zur Vorbereitung hat die Onlinezeitung German Foreign Policy einen Artikel zur Bundeswehrwerbung publiziert, der besonders lesenswert ist. Man kann bei Interesse aber auch gern unsere Zeitung, Flyer usw. zum Thema lesen.

Falls ihr zum Sommercamp fahren wollt, vergesst nicht, euch vorher anzumelden und den Unkostenbeitrag zu überweisen!

 

 

Antimilitaristischer Linksjugend [’solid]-Sommer

10 Jul

Zuerst einmal erfreuliche Neuigkeiten: Die Hochschule Bremerhaven hat seit dem 3. Juli eine Zivilklausel und ist damit die neunte Hochschule, die sich ernstzunehmendzur friedlichen Forschung und Lehre (selbst) verpflichtet hat. In Bremen ist es nach der Universität und der Hochschule für Künste gleich die dritte Hochschule.

Zudem waren einige ParlamentarierInnen der LINKEN fleißig und haben leider überwiegend schlechte Nachrichten. Die Anfragen zum Umfang der Werbemaßnahmen der Bundeswehr im Kalenderjahr 2011 und zum Einsatz von Materialien der Schriftenreihe „Frieden & Sicherheit“ im Schulunterricht dokumentieren eindrücklich, wieviel Arbeit noch vor konsequenten AntimilitaristInnen steht. Damit wir weiter aktiv gegen die Rekrutierung und Indoktrination der Bundeswehr und der Bundesregierung werden können, findet man die aktuellen Termine der Auftritte der Bundeswehr hier.

Weitere zentrale antimilitaristische Termine sind die Demonstration gegen die Vereidigung der BundeswehrsoldatInnen am 20. Juli 2012 zum Bundesverteidigungsministerium, das Aktionscamp gegen Krieg, Militär und Auslandseinsätze in Husum (9.-12.8.), die dezentralen Aktionen zum Antikriegstag am 1.9., das Internationale Diskussions- und Aktionscamp „War Starts Here“ gegen deas Gefechtsübungszentrum der Bundeswehr in der sachsen-anhaltinischen Altmark bei Hillersleben/Magdeburg 12.-17.9.) und die bundesweite dezentrale Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung (24.-29.9). Letztere unterstützt Linksjugend [’solid] direkt. Weitere Infos zu den Terminen gibt es hier.

Bereitet der imperialistischen Politik der Bundesrepublik und der deutschen Wirtschaft einen heißen Sommer!

 

Stickercontest: Entscheidet euch jetzt!

18 Jun

Im Rahmen unseres Arbeitsschwerpunktes wollen wir als Linksjugend [’solid] über einen neuen Aufkleber für alle Basisgruppen und Landesverbände online gemeinsam entscheiden. Sechs Vorschläge unserer Mitglieder stehen zur Wahl. Für sie kann bei Facebook oder per Email (an: bundeswehr-raus@linksjugend.de) gevotet werden. Das Motiv mit den meisten Stimmen wird vom Bundesverband in hoher Auflage gedruckt und bundesweit an alle Gruppen des Verbands versendet. Also: Entscheidet euch jetzt und wählt den Sticker, den ihr für den besten haltet!