Dokumentiert

Dezentraler Aktionstag

Am 10. November startete die Kampagne „Bundeswehr raus aus den Schulen!“ offiziell mit einem bundesweiten dezentralen Aktionstag, an dem sich zahlreiche Ortsgruppen beteiligten. Überall in der Republik fanden kreative Aktionen statt, wurde mit Schüler_innen diskutiert und Material verteilt.

Wir haben deutlich gezeigt, dass wir die Werbeoffensive der Bundesabwehr ablehnen, für die Rücknahme und das Verbot der Kooperationsvereinbarungen sind und in einer Welt ohne Krieg und Militär leben wollen. Stattdessen kämpfen wir für Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze.

Der Aktionstag war nur ein Auftakt. In den nächsten Monaten werden wir weiterhin auch da sein, wenn die Bundeswehr Ausbildungsmessen, Schulen und andere Orte besucht und für eine vermeintlich „sichere“ Karriere bei sich wirbt. Wir organisieren Protest, Aktionen und eine Infotour mit Vorträgen, mit denen wir über den Werbefeldzug der Bundeswehr informieren und mit Betroffenen ins Gespräch kommen wollen.

Dresden: Aktionstag „Bundeswehr raus aus den Schulen“ (Bericht)
Für den 10.11.2011 hatte der Bundesverband linksjugend [’solid] zu einem Aktionstag „Bundeswehr raus aus den Schulen“ aufgerufen, dem auch die Linksjugend Dresden gerne gefolgt ist. Schon länger beschäftigen wir uns mit dem Spannungsfeld Militarismus und Bildung und haben -angestoßen von der hiesigen SDS-Gruppe – bereits auf den zurückliegenden Landesjugendplenum und Landesparteitag erfolgreich Anträge für die Einführung einer Zivilklausel an sächsischen Hochschulen gestellt. Ein ähnlicher Antrag von uns liegt auch für den kommenden Stadtparteitag vor.
Nun nutzten wir also die Gelegenheit, auch gegen Jugendoffiziere und Bundeswehr-Werbe-Trucks vor sächsischen Schulen und den geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen dem Staatsministerium für Kultus und der Bundeswehr „mobil zu machen“, wie man passend zum Thema wohl formulieren muss.
Eingeladen waren dazu VertreterInnen aller demokratischen Jugendverbände – also JU, JuliA, Grüne Jugend, JuSos und Piraten – zu einer öffentlichen Diskussion zum Thema. Offensichtlich will aber niemand mit den Schmuddelkindern von Links spielen, denn uns erreichten keinerlei Rückmeldungen auf unsere Einladung. Einzig der Stadtschülerrat Dresden bewies demokratisches Verständnis und sendete einen Vertreter vorbei – ein Beispiel, bei dem sich alle anderen AkteurInnen der jugendpolitischen Dresdner Szene etwas abschneiden sollten.
Wir haben uns davon natürlich nicht entmutigen lassen, waren dennoch vor der Altmarktgalerie präsent und haben im Gespräch mit BürgerInnen zum Thema aufgeklärt und informiert.

Erfurt: Auftakt der linksjugend[’solid] Thüringen zur Kampagne „Bundeswehr raus aus den Schulen!“ (Pressemittelung)
Erfurt (10.11.2011) – Auf ihrem 4.Bundeskongress in Hannover im Mai diesen Jahres hat die Linksjugend[’solid] eine Kampagne gegen das öffentliche Werben der Bundeswehr an Schulen verabschiedet. Am Donnerstag dem 10.11.2011 war der dezentrale Auftakt dieser Kampagne. Auch der Landesverband Thüringen beteiligte sich mit einer Aktion daran. Mit Straßentheater und symbolischen Aktionen in der Erfurter Innenstadt wollten Mitglieder der Linksjugend ein deutliches Zeichen gegen die Werbeaktionen der Bundeswehr an Schulen setzen.
Dazu verkleideten sich 4 Aktivistinnen und Aktivisten als Soldaten und stellten, bewaffnet mit Holzgewehren, einige „Scheinmanöver“ nach. Der gewünschte Effekt trat auch ein: Die Aufmerksamkeit von Passantinnen und Passanten war der Linksjugend sicher. „Erläutert haben wir dieses Geschehen durch Flugblätter und Transparente, die unsere Positionen deutlich gemacht haben. Startend auf dem Erfurter Anger wurde gerobbt, marschiert, stillgestanden und abgerückt“, so Kati Grund Landessprecherin der Linksjugend[solid]. Feindkontakt hab es auch auf der Krämer Brücke nicht gegeben. Erst am Fischmarkt habe Bernd das Brot die verkleideten Linksjugend Mitglieder dazu veranlasst, die Uniformen wieder auszuziehen. Grund erklärt: „Auch er kommentierte die plötzliche Präsenz von Soldaten mit einem typischen Mist und hätte sich sicherlich am liebsten verkrümelt.“
Hintergrund der Aktion ist aber nicht nur die verstärkte Werbekampagne der Bundeswehr an Schulen, sondern auch der Ausbau der Erfurter Kaserne zu einem Heereslogistikzentrum. In der Folge werde Erfurt zur kriegswichtigen Stadt.„Dies heute war aber erst der Anfang einer Reihe von Aktionen und Veranstaltungen,“ kündigte René Kotzanek Landessprecher der Linksjugend [solid] Thüringen an. Denn eines stehe fest: Der Werbefeldzug der Bundeswehr auf junge Menschen müsse problematisiert und gestoppt werden. „Wir stellen uns deshalb ganz klar gegen das „Werben fürs Sterben“. Aber wir gehen noch weiter und sagen ganz klar: Bundeswehr raus aus den Schulen! Bundeswehr raus aus Afghanistan! Nein zum Krieg!“

Gießen: „Bundeswehr raus aus den Schulen! – Transparente an mehreren Gießener (Hoch-)Schulen angebracht“ (Pressemitteilung)
Linksjugend[’solid] Gießen und der Hochschulverband die linke.SDS Gießen begrüßen die kreative Aktion bei der an beiden Hochschulen und an den Schulen Ostschule und Liebigschule in Gießen  Transparente angebracht wurden, um auf die zunehmende Werbung der Bundeswehr vor allem an Schulen und Hochschulen aufmerksam zu machen.
Bundesweit fanden und finden ähnliche Aktionen von Linksjugend[’solid] Gruppen statt, um auf die zunehmende Militarisierung der Bildung und der Gesellschaft aufmerksam zu machen.
„Die Bundeswehr geht immer gezielter auf Jugendliche zu, um sie über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei sich zu informieren. Hierzu gehen Jugendoffiziere an Schulen, werden Stände bei Messen aufgebaut, auf die Lehrer_innen- und Referendarsausbildung Einfluss genommen und Vieles mehr. Dabei werden Soldat_innen heroisiert und der Krieg
verharmlost. Dies sollte für friedliebende Menschen nicht hinnehmbar sein.“, sagt Clara Brand, Mitglied von Linksjugend[’solid] Gießen.
In immer mehr Bundesländern, auch in Hessen, werden Kooperationsvereinbarungen zwischen Bundeswehr und Landesregierung abgeschlossen, die den Zugang zu Hochschulen und Schulen – und somit zu noch minderjährigen Schüler_innen – vereinfachen und systematisieren.
Linksjugend [’solid] beobachtet diese Tendenz mit Sorge: „Die Berichte der Bundeswehr-Vertreter_innen vom Soldat_innendasein sind stark beschönigend und einseitig. Oft wird nur auf die Studien und Ausbildungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht. Vieles wird hingegen verschwiegen: Dass Deutschland wieder Krieg führt, dass (deutsche) Soldat_innen als Kanonenfutter für Wirtschafts- und militärstrategische Interessen verheizt werden und sie möglicherweise andere Menschen dafür töten müssen“, stellt Clara Brand von der Ortsgruppe Gießen fest. Und weiter: „Soldat_in ist kein stinknormaler Beruf – die Bundeswehr hat an Schulen und Hochschulen nichts verloren, vielmehr sollte es Referent_innen geben, die über Kriegseinsätze und Millitarismus aufklären und aufzeigen, dass es für jeden Krieg eine diplomatische Lösung gibt.“
Mit politischer Bildung haben Bundeswehrbesuche an Schulen wenig zu tun. Deswegen kämpft Linksjugend[’solid] dafür, dass alle Kooperationsvereinbarungen zurückgenommen werden, dass Bundeswehrwerbung – und somit Rekrutierungsversuche –  generell verboten und die Armee perspektivisch abgeschafft wird.
Die Bundeswehr hat es mit ihrer Werbung gerade bei Jugendlichen in Lage nicht allzu schwer: Feste Löhne, kostenlose Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten und relative Arbeitsplatzsicherheit sind heute für viele praktisch unerreichbar. Deshalb gehören für Linksjugend[solid] und die linke.SDS die Forderungen nach kostenfreier Bildung, einer Ausbildung für alle sowie den Abbau von Bildungshürden untrennbar dazu.
„Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze!“

Hamburg: Bundesweiter Linksjugend-Aktionstag: Bundeswehr raus aus den Schulen!
Als an der gemeinsamen Oberstufe des Helene-Lange-Gymnasiums und des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer (KaiFu) in Hamburg-Eimsbüttel um halb eins am Donnerstag die SchülerInnen ihre Schule zur Mittagspause verließen, waren Bässe, Beats und rappende Stimmen zu hören. Mit HipHop gegen die Werbung und Rekrutierung der Bundeswehr an Schulen wurden die überraschten aber keineswegs abgeneigten SchülerInnen begrüßt, als sie den Haupteingang der alten Bismarckschule verließen. Die Linksjugend [’solid] Hamburg klärte am bundesweiten Aktionstag direkt vor Ort mit musikalischer Unterstützung über die Probleme der Bundeswehrpräsenz an Schulen auf und forderte, dass die Militärs sofort aus den Schulen verschwinden muss.
Die vor Ort verteilten Comics und die neuen Zeitungen der Linksjugend [’solid], in denen ausführlich die Hintergründe der Militarisierung der Gesellschaft durch die zivilmilitärische Zusammenarbeit zwischen Bildungsministerien und Bundeswehr sowie die riesige Propaganda- und Rekrutierungsoffensive der Bundeswehr an Schulen berichtet wird, fanden nahezu automatisch ihre LeserInnen. Das Interesse am Thema und die Unterstützung durch die SchülerInnenschaft für die kleine Aktion war so groß, dass einige SchülerInnen um zusätzliche Flyer baten, um sie an ihre FreundInnen weitergeben zu können.
Dementsprechend konnte die Stimmung auch nicht durch die unverhältnismäßige Reaktion des Direktors der Oberstufe getrübt werden, der sich berufen fühlte, alle Anwesenden und die Aktion wüst zu verunglimpfen, SchülerInnen wegen ihres politischen Interesses zu beschimpfen und die Polizei zu rufen. Auch wenn einige Beamte anfänglich die negativen Bilder der Hamburger Polizei zu bestätigen schienen, reagierte die Einsatzleiterin glücklicherweise besonnen. Einzelne LehrerInnen äußerten Kritik, während andere die Aktion und die politischen Forderungen ausdrücklich guthießen und allen Aktiven Erfolg mit dem Anliegen  wünschten. In diesem Sinne: Bundeswehr raus aus den Schulen!

Heidelberg: Linksjugend „überfällt“ Heidelberger Schule – Protest gegen Kooperation mit Bundeswehr (Pressemitteilung)
Nicht schlecht staunten die Schülerinnen und Schüler des Bunsengymnasiums, als am vergangenen Donnerstag ein knappes Dutzend Mitglieder der Linksjugend in Tarnkleidung den Schulhof stürmten und vor den Augen der verdutzten Jugendlichen einen Aktivisten öffentlich „hinrichteten“. Allerdings handelte es sich bei den Gewehren nur um Plastikspielzeug und statt Blut floss Tomatensaft. Der Hintergrund: Mit ihrer Aktion vor dem Heidelberger Gymnasium protestierte die Jugendorganisation der Partei DIE LINKE gegen eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kultusministerium und dem Wehrbereichskommando IV der Bundeswehr. Dieses legt fest, dass Jungoffiziere in Schulen, Hochschulen und Universitäten über die Tätigkeit bei der Bundeswehr informieren und somit neue Rekrutinnen und Rekruten anwerben dürfen.
Für die jungen Linken ist dieses Abkommen nicht akzeptabel: „ Das einseitige Informieren über die Bundeswehr stellt eine Militarisierung unserer Bildungseinrichtungen dar, die eindeutig das Neutralitätsgebot der baden-württembergischen Schulen verletzt“, so Sahra Mirow von dem linken Jugendverband. Ähnlich sieht dies Klaus Pfisterer, Landessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft in Baden-Württemberg und von Beruf Lehrer. Seiner Beobachtung nach sei im Zuge der Kooperationsvereinbarung eine „schleichende Militarisierung der Gesellschaft auszumachen“. Auch DIE LINKE in Heidelberg unterstützt die Aktion ihres Jugendverbandes: Laut Artikel 12 der Landesverfassung seien die Schülerinnen und Schüler Baden-Württembergs zu „Friedensliebe“ zu erziehen. „Dieses Gebot ist unvereinbar mit der Präsenz von Soldatinnen und Soldaten an den Schulen“, so Sprecher Christoph Rehm. Die Schülerinnen und Schüler des Bunsengymnasiums freuten sich ihrerseits über die gelungene Abwechselung im Pausenhof. Den Auftritt der Linksjugend bedachten sie mit Applaus und Zurufen.

Koblenz

Heute, am 10.11.2011, fand der bundesweite Aktionstag „Bundeswehr raus aus den Schulen“ statt. Auch die Linksjugend Koblenz beteiligte sich daran und verteilte an einigen Schulen in Koblenz, darunter auch an der IGS in Metternich, Cartoons und Zeitschriften zum Thema und sprach mit einigen Jugendlichen, die allesamt aus unterschiedlichen Gründen ebenfalls unserer Meinung sind.
Des Weiteren solidarisieren wir uns mit jenen Menschen, die unsere Aufkleber verteilt haben, welche für jeden frei verfügbar im Umlauf sind.
Uns geht es mit diesen Aktionen darum, die Schüler/Innen dafür zu sensibilisieren, den Anwerbeversuchen der Jugendoffiziere der Bundeswehr zu widerstehen und ihnen die Wahrheit vor Augen zu führen, nämlich dass die Bundeswehr nur Kanonenfutter für ihre Auslandseinsätze sucht und dafür sogar einen Kooperationsvertrag mit der Bundesregierung abgeschlossen hat, die damit, dass vermehrt junge Menschen auf Auslandseinsätze gehen, ihre Machtposition, z.B. in Afghanistan, aufrecht erhalten kann. Außerdem profitiert die Waffenindustrie stark von diesen Kriegseinsätzen.
Deswegen fordern wir als Linksjugend, dass alle Kooperationsverträge zurückgenommen werden, dass Bundeswehrwerbung an Schulen verboten wird und das die Bundeswehr systematisch abgeschafft wird. Gegen welchen „imaginären“ Feind sollte sie uns denn noch schützen?

Ludwigsburg: „BUNDESWEHR RAUS AUS DEN SCHULEN!“ (Pressemitteilung)
Mit einer Diskussionsveranstaltung unter dem Titel: „Soldaten an unseren Schulen?“ an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg tat die Linksjugend Ludwigsburg, gemeinsam mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der Deutschen Friedensgesellschaft, am 10.11.2011  ihren Protest gegen die zunehmende Werbung der Bundeswehr an Bildungseinrichtungen und anderswo kund. Viele weitere Gruppen des Jugendverbandes in ganz Deutschland beteiligten sich an dem Aktionstag.
„Die Bundeswehr geht immer gezielter auf Jugendliche zu, um sie über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei sich zu informieren. Hierzu gehen Jugendoffiziere an Schulen, werden Stände bei Messen aufgebaut, auf die LehrerInnen- und Referendarsausbildung Einfluss genommen und Vieles mehr“, sagt Daniel Behrens, Mitglied der Linksjugend Ludwigsburg.
In immer mehr Bundesländern – so auch in Baden-Württemberg werden Kooperationsvereinbarungen zwischen Bundeswehr und Landesregierung abgeschlossen, die den Zugang zu SchülerInnen vereinfachen und systematisieren.
Die Linksjugend [`solid] Baden-Württemberg beobachtet diese Tendenz mit Sorge: „Die Berichte der Bundeswehr-Vertreter vom Soldatendasein sind stark beschönigend und einseitig. Vieles wird verschwiegen: Warum Deutschland wieder Krieg führt, dass (deutsche) SoldatInnen als Kanonenfutter für Profitinteressen verheizt werden und möglicherweise andere Menschen töten müssen“, stellt Sebastian Lucke vomLandessprecherInnenrat der Linksjugend [`solid] Baden-Württemberg fest.
Mit politischer Bildung haben Bundeswehrbesuche an Schulen nichts zu tun. Deswegen kämpft die Linksjugend dafür, dass alle Kooperationsvereinbarungen zurückgenommen werden, dass Bundeswehrwerbung generell verboten und die Armee perspektivisch abgeschafft wird.
Die Bundeswehr hat es mit ihrer Werbung gerade bei Jugendlichen in prekärer Lage nicht allzu schwer: Gute Löhne, kostenlose Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten und relative Arbeitsplatzsicherheit sind heute für viele praktisch unerreichbar. Deshalb gehören für den Jugendverband die Forderung nach kostenfreier Bildung, einer Ausbildung für alle sowie nach dem Abbau von Bildungshürden untrennbar dazu.

„Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze!“

Merseburg (Artikel von Julius Späte)
Die linksalternative Hochschulgruppe SDS.die linke an der Hochschule Merseburg macht zum bundesweiten Aktionstag „Bundeswehr raus aus den Schulen“ am 10.11.2011 auf sich aufmerksam.
Neben der Verteilung von Materialien des Bundesverband linksjugend [’solid], befestigte der Sozialistisch Demokratische Studierendenverband (SDS) ein Stofftransparent an der Feuertreppe des Hauptgebäudes der Hochschule. Die Botschaft: „Kein Werben fürs Sterben – Bundeswehr raus aus Schulen und Unis“.
Lange hielt der stille Protest nicht an. Um 10.45 Uhr war das Stofftransparent schon nicht mehr zu sehen. Wann es genau abgenommen wurde, ist nicht bekannt. Jedoch steht die Frage im Raum, ob die Hochschule Merseburg damit eine klare Position verdeutlicht. Vielleicht ist es ein Verbot der Meinungsäußerung oder die Unterbindung prekärer politischer Ansichten. Diese Frage bleibt ungeklärt.
Deutlich ist, dass die Bundeswehr seit einigen Jahren verstärkte Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Der SDS.die linke und linksjugend [’solid] sind überzeugt, dass die Bundeswehrpersonalentwicklung eine ideologische Beeinflussung an Schulen und Universitäten ist, die mit verdrehten Wahrheiten über ihre Kriege und Absichten auf  „Kanonenfutterfang“ gehen. Besonders an Schulen werben die „Jugendoffiziere“ mit sicheren Arbeitsplätzen, gutem Lohn und Aufstiegschancen. Verschwiegen werden zumeist die Tatsachen von Befehls- und Gehorsamsstrukturen. Und auf dem rassistischen und frauenfeindlichen Ohr bleibt die Bundeswehr taub.
Auch die Universitäten und Hochschulen sind in dem undurchsichtigen System mit eingebracht. Die Fachkräfte von Morgen werden nicht nur Angestellte im „Exportweltmeisterland“ sondern auch im Land der größten Waffenhersteller. Steigende Gräberzahlen bedeuten steigende Profite und Kriege werden unter dem Schein von Menschenrechten, aber eher für Unternehmen und PolitikerInnen geführt. Deutschland ist ganz vorn mit dabei und vielleicht auch die Hochschule Merseburg?
Der SDS.die linke HS Merseburg hat sich auf die Fahne geschrieben, das zu verändern und sich dem bundesweitem Protest angeschlossen. Die Hochschulgruppe verfolgt ihre radikale linke Realpolitik unter dem Motto: „Solange nicht der Untergang der Menschheit hundertprozentig feststeht, lohnt es sich, dagegen zu arbeiten.“ (Erich Fried)

SchwerinSchwerin

Auch die Linksjugend [’solid] Schwerin hat mit vereinten Kräften und der Unterstützung von anderen Organisationen am bundesweiten Protest teilgenommen. Auch unser Landtagsabgeordneter Henning Foerster von der Linken hat uns Unterstützt.  Wir sind vor das Bildungsministerium M-V gezogen und haben so auf die Lage aufmerksam gemacht. Wir hoffen das die Aktion Bundesweit gut ankam. Hier in Schwerin auf alle Fälle. Es hat wie immer sehr viel Spaß gemacht.

 Soltau: Bundeswehr raus aus den Schulen – Kein Werben für’s Sterben (Pressemitteilung)
Im Rahmen der bundesweiten Kampagne der Linksjugend [’solid] zum Thema  „Bundeswehr raus aus den Schulen!“, deren Beginn am Donnerstag, dem 10.11., war, kam es auch vor dem Gymnasium Soltau zu einer kleinen Aktion der örtlichen Basisgruppe. Mitglieder der Linksjugend Soltau entrollten vor dem Schulgebäude ein Transparent mit der Aufschrift:  „Bundeswehr raus aus den Schulen! Kein Werben für’s Sterben!“ und verteilten Flyer an Interessierte.
Wenn das Gymnasium Soltau Berufsinformationstage durchführt, ist auch die Bundeswehr mit ihren Jugendoffizieren immer gern gesehener Gast. Dabei versucht sie immer wieder sich als normalen Arbeitgeber zu profilieren und die Schüler_Innen für ihr „Engagement“ im Ausland zu begeistern.
Doch die Bundeswehr ist keinesfalls ein normaler Arbeitgeber. Sie ist in verschiedenen Teilen der Welt aktiv um die Interessen einer kleinen, wirtschaftlich dominanten Schicht durchzusetzen. Wenn deutsche Soldat_Innen in Afghanistan also Krieg führen, soll damit entgegen allen Behauptungen kein Frieden erlangt werden, sondern lediglich die Profitinteressen der großen Konzerne gesichert werden.
Wir wehren uns gegen die Vereinnahmung der Schüler_Innen durch eine militaristische Politik. Wir kämpfen gegen Rüstungskonzerne und die Bundeswehr, denn Frieden kann nicht herbeigebombt werden! Aus diesem Grund werden wir uns auch schriftlich noch an alle Schulleitungen der Stadt Soltau wenden und ihnen ausführlich die Gründe darlegen, weswegen auf eine Einladung der Bundeswehr zu solchen Berufsinformationstagen verzichtet werden sollte.
Mehr Infos auf http://www.linksjugendsoltau.blogsport.de

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  1. Dokumentiert: Bundeweiter Aktionstag « - 27. November 2011

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